18. August 2018

Tipps für gesundes Zahnfleisch

Ohne Probleme durch heiß und kalt

Kommt es bei Ihnen zu heftigen, kurz anhaltenden Schmerzen, wenn Sie kalte, heiße, süße oder saure Speisen zu sich nehmen? Dann leiden Sie wie fast jeder zweite Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren unter empfindlichen Zähnen. Meist ist die Ursache ein Rückgang des Zahnfleisches, so dass die Zahnhälse oder Teile der Zahnwurzeln frei liegen. Was Ihnen bei empfindlichen Zähnen hilft und wie Sie Ihr Zahnfleisch gesund erhalten.

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht

Straff und zartrosa – so sieht gesundes Zahnfleisch aus. Beim Zähneputzen blutet es nicht und Sie haben keine unangenehmen Empfindungen beim Verzehr von Eis oder heißen Getränken. Gesundes Zahnfleisch umgibt die Zahnhälse in einer stabilen Schicht und verhindert, dass Bakterien und Ablagerungen (Plaque) in den Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen und bis zum Kieferknochen gelangen.

Kritisch wird es bei einer vermehrten Bakterienansiedlung, Belag- oder Zahnsteinbildung. In der Folge kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches; es schwillt an, ist prall mit Blut gefüllt und blutete bereits beim Putzen der Zähne. Aber keine Angst: Solche Zahnfleischentzündungen bilden sich nach einer professionellen Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt meist vollständig zurück.

Hinweis: Auch Stress, chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma sowie Hormonschwankungen, wie sie zum Beispiel während der Wechseljahre auftreten, führen bei manchen Menschen zu Zahnfleischentzündungen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten.

Tägliche und richtige Zahnpflege

Das A und O für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch ist eine konsequente und gründliche Mundhygiene. Überprüfen Sie dabei Ihre Putztechnik. Vermeiden Sie horizontale Schrubb-Bewegungen, Ihre Zähne nehmen sonst bleibenden Schaden: Am Zahnhals sieht der Arzt dann keilförmige Absprengungen des Zahnschmelzes.

Drücken Sie beim Putzen nicht zu stark mit der Bürste auf Zähne und Zahnfleisch und wählen Sie Ihre Zahncreme mit Bedacht aus: Defekten an den Zähnen beugen Sie vor, wenn Sie eine schonende Zahnpasta mit einer mittleren Putzwirkung benutzen. Eine Orientierung hierfür ist der RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion). Je kleiner er ist, desto schonender ist die Zahncreme. Für eine ausreichende Putzwirkung wird ein RDA-Wert zwischen 50 und 70 empfohlen, zum Beispiel aminomed® oder Aronal forte®. Zusätzlich helfen versiegelnde Zahnpasten (zum Beispiel Apa Care®Zahnpasta, Desensin® repair) oder Reparaturgele (zum Beispiel elmex® sensitiv Professional™ Repair & Prevent Zahnpasta, Apa Care & Repair Intensiv Reparatur) bei empfindlichen Zähnen.

Tipp: Bei richtigem Anpressdruck wechselt das Zahnfleisch unter der Zahnbürste kurze Zeit die Farbe von rosa zu weißlich. Kontrollieren Sie sich ab und zu im Spiegel.

Damit es gar nicht erst zu Zahnproblemen kommt: Früherkennung beim Zahnarzt

Gehen Sie frühzeitig Warnsignalen wie Zahnfleischbluten, freiliegenden Zahnhälsen, ungewohntem Mundgeruch oder lockeren Zähnen auf den Grund. Ihrem Zahnarzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, schwerwiegendere Erkrankungen zu verhindern. Ausmessen von Zahnfleischtaschen, Röntgenuntersuchungen und spezielle Risikotests stellen die Ursachen Ihrer Beschwerden fest und helfen bei einer erfolgreichen Therapie.

Tipp: Viele Menschen vermeiden den Zahnarztbesuch, weil sie Angst vor einer schmerzhaften Behandlung von Wurzeln und Zähnen haben. Heute existieren schonende und in der Regel schmerzarme Alternativen wie Sonden, die im Ultraschallbereich arbeiten oder Wurzelreinigung mit Pulverpartikeln. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt ruhig auf Narkosemöglichkeiten an.

Professionelle Zahnreinigung für gesunde und schöne Zähne

Kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Termin für eine professionelle Zahnreinigung (PZR). Zahnärzte empfehlen sie zweimal im Jahr, um Beläge durch Genussmittel und Bakterien zu beseitigen. Eine PZR umfasst eine Zahnsteinentfernung und Reinigung aller sichtbaren Zahnoberflächen oberhalb des Zahnfleisches mit Hilfe von Zahnseide, Pulvergeräten und Versiegelung mit Speziallacken. Ebenfalls werden Stellen gereinigt, die Sie selbst beim Putzen nur schlecht erreichen.

Hinweis: Eine PZR hat keinen Einfluss auf Beläge auf der Wurzeloberfläche unterhalb des Zahnfleischsaumes. Falls bei Ihnen das Risiko für eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) besteht, spricht Ihr Zahnarzt Sie auf spezielle Behandlungsmöglichkeiten an.

Quelle: Prof. Rainer Hahn, Besser Vorsicht als Nachsicht, Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 47, S. 68 vom 24.11.2016.

18.08.2018

Von: Simone Lang
Bildrechte: Africa Studio/Shutterstock.com


4. August 2018

Was hilft gegen Kopfläuse?

Kopfläuse effektiv bekämpfen

Mit dem Ferienende beginnt die Reisezeit der Kopfläuse. Denn Kita und Schule bieten den Parasiten ideale Verbreitungsmöglichkeiten. Vorbeugen lässt sich einer Ansteckung kaum. Doch mit der richtigen Behandlung ist man die ungebetenen Gäste bald wieder los. Ein Überblick über Läusemittel und ihre Anwendung.

Kopfläuse sind blutsaugende Insekten, die eine Größe von bis zu 3,5 Millimetern erreichen. Eigentlich sind sie harmlos, denn Krankheiten übertragen sie hierzulande nicht. Allerdings können ihre Bisse jucken und Läuse rufen bei vielen Menschen Ekel oder Scham hervor. Doch entgegen des verbreiteten Vorurteils sind die Parasiten kein Anzeichen mangelnder Haarhygiene. Eher im Gegenteil: In den letzten Jahren deuteten mehrere Studien an, dass Läuse gewaschenes Haar bevorzugen.

Wie kommt die Laus auf den Kopf?

Auf dem Kopf fühlen sich Läuse am wohlsten, denn dort herrscht ihre Lieblingstemperatur von 28-32°C. Außerhalb des Kopfes überleben sie nur wenige Stunden bis zu zwei Tage, da sie kein Blut mehr saugen können und austrocknen. Von alten Hüten und Helmen geht deshalb keine Lausgefahr aus. Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen von Kopf zu Kopf, etwa beim Umarmen oder Spielen mit engem Körperkontakt. Haustiere übertragen keine Kopfläuse. Eine Lausübertragung über Gegenstände wie Kämme oder Mützen ist selten, aber möglich, wenn diese innerhalb von zwei Tagen gemeinsam genutzt werden. Läuse bewegen sich lediglich durch Krabbeln fort. Von Kopf zu Kopf springen, wie ein Floh, kann die Laus dagegen nicht. Das ist auch nicht nötig. Denn einmal eingerichtet, findet sie vor Ort alles, was sie zum Leben braucht: Blut.

Anzeichen für Lausbefall

Alle zwei bis drei Stunden sticht die Laus ihr Mundwerkzeug in die Kopfhaut, um an den roten Saft zu kommen. Der Kopfhautbesitzer merkt davon nichts. Nur wenn die Wunde sich infiziert oder die Kopfhaut durch das Speicheldrüsensekret der Laus gereizt wird, stellt sich ein Juckreiz ein. Papeln (Knötchen) und Quaddeln (Bläschen) können sich an der Einstichstelle bilden, bevorzugt hinter den Ohren, am Hinterkopf und im Nacken. Heftiges Kratzen fördert Krusten oder eine bakterielle Infektion. Juckreiz gilt als ein typisches Anzeichen für Lausbefall. Doch nur 14-36 Prozent der Betroffenen entwickeln ihn. Die Annahme ‚wer sich nicht juckt hat keine Läuse‘, gilt deshalb nicht.

Zuverlässige Diagnose mit dem Läusekamm

Wie lässt sich ein Lausbefall zuverlässig erkennen? Ein gründlicher Blick auf den Kopf gibt einen ersten Hinweis. Achten Sie auf gelbliche bis mittelbraune Läuseeier direkt am Haaransatz. Nach dem Schlüpfen haften die weißen, leeren Eierhüllen (Nissen) etwa einen Zentimeter entfernt von der Kopfhaut am Haar an. Die weißen, leeren Hüllen sind in der Regel deutlicher zu erkennen als die entwicklungsfähigen Eier, beweisen allerdings keinen aktiven Befall. Massenbefälle mit Läusen gibt es in Deutschland in der Regel nicht. Bei den meisten Betroffenen befinden sich weniger als zehn Läuse auf dem Kopf. So eine kleine Anzahl übersieht man leicht. Bei der optischen Inspektion werden deshalb rund 29 Prozent der Fälle bei Kindern übersehen.

Um zuverlässig zu testen, ob ein Lausbefall vorliegt, sollten Sie die Haare feucht Auskämmen. Tragen Sie dazu auf das nasse Haar eine handelsübliche Pflegespülung auf. Diese nicht ausspülen! Teilen Sie dann das Haar mit einem normalen Kamm in einzelne Strähnen auf. Ziehen Sie anschließend einen Läusekamm systematisch durch jede Strähne hindurch, jeweils von der Kopfhaut bis zur Spitze. Der Läusekamm hat parallele Zinken mit einem besonders engen Abstand von 0,2 Millimetern, sodass Läuse und Nissen daran haften bleiben. Streichen Sie nach jedem Zug, die am Kamm anhaftenden Reste der Pflegespülung, an einem weißen Tuch oder Küchenpapier ab. Auf dem weißen Untergrund können Sie Kopfläuse gut erkennen. Falls ein Lausbefall vorliegt, haben Sie praktischerweise die ersten Läuse direkt beim Auskämmen entfernt!

Wenn die Diagnose steht, informieren Sie als Erstes den Kindergarten oder die Schule sowie die Freunde des Kindes. Denn die Läusebehandlung ist eine Gemeinschaftsangelegenheit.

Läusemittel: Qual der Wahl

Neben dem Läusekamm gibt es verschiedene Medizinprodukte für die Läusebekämpfung, etwa Shampoos, Lösungen, Öle oder Sprays. Sie werden örtlich angewendet. Ihre Einwirkzeit ist je nach Produkt verschieden. Um die Wirkung zu gewährleisten, sollten Sie sich genau an die Anwendungshinweise des Produkts halten. Gerne empfiehlt Ihnen Ihr Apotheker ein geeignetes Produkt und berät Sie zur korrekten Anwendung. Viele der Läusemittel werden bis zum vollendeten 12. Lebensjahr von der Krankenkasse erstattet, bei Entwicklungsstörungen des betroffenen Kindes sogar bis zum 18. Lebensjahr. Grundsätzlich unterscheidet man die Gruppe der Insektizide von den physikalisch wirkenden Mitteln und den pflanzlichen Wirkstoffen. 

  • Neurotoxische Insektizide greifen das Nervensystem der Läuse an. Sie vernichten Läuse und ihre Larven zuverlässig, sind jedoch umstritten, da sie die Haut reizen können. Zudem können Läuse gegen die Insektizide Resistenzen entwickeln, sodass die Mittel nicht mehr wirken.
  • Physikalisch wirkenden Mittel verkleben die Atemöffnungen der Läuse und führen dazu, dass die Läuse ersticken. Richtig angewendet wirken sie sehr zuverlässig und sind aufgrund ihrer besseren Verträglichkeit eine gute Alternative zu den neurotoxischen Insektiziden. Darüber hinaus drohen bei physikalisch wirkenden Mitteln keine Resistenzen. Viele Präparate, die als Wirkstoff Dimeticone enthalten, sind jedoch leicht entflammbar. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass sie die Haare während der Einwirkzeit von Zündquellen wie Zigaretten oder Föhne fernhalten.
  • Viele pflanzliche Produkte setzen dagegen auf ätherische Öle, wie Kokosöl oder Anisöl. Sie haben unterschiedliche Wirkmechanismen. Die Wirksamkeit der pflanzlichen Produkte ist bislang jedoch nicht ausreichend belegt. In Einzelfällen können sie die Haut reizen oder Allergien hervorrufen.

Wiederholung der Behandlung: Welche Abstände werden empfohlen?

Das Timing ist entscheidend – was für vieles im Leben gilt, gilt auch für die Läusebekämpfung. Denn es kommt darauf an, alle geschlüpften Larven zu erwischen. Mit einer einzelnen Behandlung können Sie das in der Regel nicht erreichen. Setzen Sie deshalb auf Wiederholung. Wer grundsätzlich auf „Chemie“ verzichten möchte, kann das Auskämmen mit dem Läusekamm als alleinige Behandlungsmethode wählen. Verdünnte Säuren (ca. 15 ml Essig pro Liter Wasser) verbessern die Kämmbarkeit des Haares. Erfolgsversprechender ist jedoch eine Kombination aus Auskämmen und örtlich anzuwendenden Medizinprodukten, wie Shampoos oder Lösungen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt das folgende Behandlungsschema:

  • Tag 1: Mit einem Medizinprodukt örtlich behandeln und anschließend die Haare nass mit einem Läusekamm auskämmen.
  • Tag 5: Die Haare nass mit einem Läusekamm auskämmen, um die erste Generation an neu geschlüpften Larven zu entfernen.
  • Tag 9: Mit einem Medizinprodukt örtlich behandeln, um die zweite Generation an Larven zu entfernen.
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen.
  • Tag 17: Eventuell letzte Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen – vor allem, wenn Sie in der Woche vorher noch vereinzelt Läuse oder Eier gefunden haben.

Schlägt die Läusebehandlung nicht an oder entzündet sich die Kopfhaut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch nach erfolgter Behandlung ist es ratsam, die Kopfhaut jeden Tag auf Lausbefall zu inspizieren, um „Behandlungsversager“ und Wiederansteckung möglichst früh zu entdecken – zumindest solange, bis die Epidemie im Kindergarten oder in der Schule abgeklungen ist.

Quelle: Schlenger, Ralf: Lausige Zeiten. Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 35. 155. Jahrgang, S. 46-52

04.08.2018

Von: Sandra Göbel
Bildrechte: Andrey_Popov/Shutterstock


21. Juli 2018

Was schwere Beine leichter macht

Hilfe bei Venenleiden

Die Venen und Muskeln in unseren Beinen leisten jeden Tag Schwerstarbeit: Viele tausend Liter Blut pumpen sie täglich in Richtung Herz zurück. Verständlich, dass unsere Beine mal ermüden. Betroffene wissen, was das bedeutet: Sie werden schwer und schwellen womöglich sogar an, meist gegen Abend. Welche Hilfsmittel Sie in Ihrer Apotheke erhalten und 10 Tipps, damit Sie gut durch den Tag kommen.

Jucken, Kribbeln, Wadenkrämpfe: die ersten Warnsignale

Ursachen für ein Venenleiden gibt es viele: Vielleicht gibt es in Ihrer Familie eine Veranlagung zur Bindegewebsschwäche. Auch ein paar Pfunde zu viel und Rauchen begünstigt die Entstehung von Venenleiden. Zu Beginn bemerken Sie ein Kribbeln in den Beinen, Sie spüren ein Spannungsgefühl in den Unterschenkeln, Ihre Knöchel schwellen an und nachts wachen Sie manchmal wegen eines Wadenkrampfes auf. Dies sind möglicherweise die ersten Zeichen für eine chronische Venenerkrankung.

Tipp: Sie haben viele Möglichkeiten, selbst etwas gegen schwere Beine zu tun! Informieren Sie sich zum Beispiel auf den Seiten der Deutschen Venen-Liga über vorbeugende Übungen, die Sie am Arbeitsplatz oder in Ihrer Freizeit problemlos machen können. Nutzen Sie das Verzeichnis für Gefäßspezialisten, so genannte Phlebologen, oder tauschen Sie sich online mit anderen Betroffenen aus.

Gar nicht wie zu Großmutters Zeiten: Stütz- und Kompressionsstrümpfe

Damit sich aus einer leichten Venenschwäche gar nicht erst unschöne Krampfadern entwickeln, ist das Tragen von Stütz- und Kompressionsstrümpfen sinnvoll. Die lästigen Besenreißer bilden sich zwar nicht zurück, aber die Durchblutung in Ihren Beinen verbessert sich sofort. Stützstrümpfe erhalten Sie frei verkäuflich im Handel. Sie eignen sich vorrangig für venengesunde Menschen. Kompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Kompressionsklassen. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten genau auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidert sein. Konsultieren Sie Ihren Arzt, er berät Sie über Ihre Möglichkeiten und kann Ihnen bei Bedarf ein Rezept ausstellen.

Anders als früher haben Sie eine große Auswahl an Strumpflängen und -ausführungen; ob bis zum Knie oder hüftlang, ob hauchzart oder blickdicht – Ihnen steht eine Vielzahl von Modellen in trendigen Farben zur Verfügung.

Tipp: Speziell für die Reisezeit gibt es kurze Kompressionsstrümpfe, mit denen Sie das lange Sitzen in Bus oder Flugzeug fast nicht bemerken. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke oder im Sanitätshandel.

Wirkstoff und Massage: die Behandlung mit Salben und Cremes

Schnelle Linderung bei geschwollenen Beinen verschaffen Ihnen kühlende Gele und Cremes mit abschwellenden und schmerzlindernden Wirkstoffen wie Heparin, Aescin aus der Rosskastanie oder einem Extrakt aus dem roten Weinlaub (zum Beispiel Vetren® Salbe, Reparil® Gel N, Antistax® Venencreme). Informieren Sie sich in ihrer Apotheke, welcher Wirkstoff für Sie in Frage kommt.

Tipp: Kombinieren Sie ein abschwellendes Gel oder eine wohltuende Salbe mit Stütz- oder Kompressionsstrümpfen. Das Gewebe nimmt bei gründlicher Handwäsche der Strümpfe keinen Schaden.

Hilfe aus der Natur: pflanzliche Arzneimittel

Den Wasseransammlungen (Ödeme) im Bereich der Knöchel und Unterschenkel können Sie mit einer großen Palette an Wirkstoffen aus der Natur zu Leibe rücken: Tabletten mit einem Trockenextrakt aus Rosskastaniensamen wie zum Beispiel Venoplant® retard S, Aescusan® retard, Venentabs-ratiopharm® helfen bei Schwere- und Spannungsgefühl, Schmerzen und Wadenkrämpfen. Zubereitungen aus dem roten Weinlaub und den Wurzeln des Stechenden Mäusedorns regen die Blutzirkulation an und beugen Ödemen vor (zum Beispiel Antistax® extra Venentabletten, Phlebodril® Venenkapseln). Der gefäßabdichtende Inhaltsstoff Rutin ist in Buchweizenextrakten und den Knospen des Japanischen Perlschnurbaums enthalten und verhindert den Wasserdurchtritt ins Bindegewebe (zum Beispiel Troxerutin-ratiopharm® 300 mg Weichkapseln, Veno SL® 300 Hartkapseln).

Hinweis: Für alle pflanzlichen Arzneimittel gilt: Sie müssen etwas Geduld mitbringen, da ein Behandlungserfolg erst nach einigen Wochen zu erwarten ist.

Mit diesen 10 Tipps kommen Sie leichter durch den Tag:

  • Halten Sie sich am besten an das Motto „Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen“. Sie werden merken: Bald bessern sich Ihre Beschwerden.

  • Tragen Sie so oft wie möglich flache Schuhe. Hohe Schuhe behindern die Pumparbeit der Beinmuskulatur.

  • Bauen Sie so viel Bewegung wie möglich in Ihren Alltag ein: Nehmen Sie die Treppe statt dem Aufzug, fahren Sie kleinere Strecken mit dem Rad und legen Sie spätestens alle zwei Stunden eine Bewegungspause ein.

  • Nutzen sie das große Angebot an Gymnastikkursen, entweder in einem Studio vor Ort oder ganz bequem zu Hause am Computer: Geben Sie das Stichwort „Venengymnastik“ ein. Sie werden verblüfft sein, wie viele Videos zum Mitmachen es gibt.

  • Lagern Sie die Beine wann immer möglich hoch. So regen Sie den venösen Rückfluss an.

  • Kaltes Abwaschen der Beine ist im Sommer besonders angenehm. Verzichten Sie dabei ruhig auf das Abtrocknen.

  • Achten Sie darauf, dass Socken oder Hosen an den Knöcheln und in den Kniekehlen nicht einschnüren.

  • Schlagen Sie nicht die Beine übereinander, wenn Sie sitzen.

  • Entdecken Sie Sport für sich: Wollten Sie nicht schon lange einen Tanzkurs belegen? Oder schließen Sie sich der örtlichen Nordic Walking-Gruppe an. Auch Schwimmen, Rad fahren und wandern eignen sich zur Vorbeugung von Venenleiden.

  • Meiden Sie große Hitze. Ab und zu ein Gang in die Sauna ist unproblematisch, aber lange Wannenbäder oder Aufenthalte in der Sonne verstärken Ihre Beschwerden.

Quelle: Claudia Bruhn: Nichts versacken lassen, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 32, Ausgabe 22/2017 vom 01.06.2017.

21.07.2018

Von: Simone Lang
Bildrechte: Kzenon/Shutterstock.com


7. Juli 2018

Lippenherpes selbst behandeln

Rezeptfreie Hilfe aus der Apotheke

Endlich Ferien! Doch bei der Fahrt zum Flughafen bemerken Sie ein unangenehmes Ziehen und Kribbeln an den Lippen. Stress, Erschöpfung oder eine Klimaveränderung reichen aus, um den schlummernden Herpes-Virus zu aktivieren. Was Sie gegen das Spannungsgefühl und die unschönen Bläschen tun können.

Zur richtigen Zeit das richtige Präparat

Häufig bereits im Kindesalter infizieren sich neun von zehn Menschen unbemerkt mit dem Herpesvirus. Viele Virusträger leben ihr ganzes Leben unbehelligt, nur bei einigen Menschen wird die Infektion mit dem Herpes simplex Typ-1-Virus zum wiederkehrenden Ärgernis.

Kribbeln, Brennen und ein Spannungsgefühl im Lippenbereich – das sind die ersten Anzeichen für einen Herpes-Ausbruch. Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, ist die erste Wahl in diesem frühen Stadium eine Salbe, die Sie lokal auf die schmerzende Stelle auftragen. Präparate mit den Wirkstoffen Aciclovir (zum Beispiel Zovirax® Lippenherpescreme) und Penciclovir (zum Beispiel Pencivir®) erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Beide verhindern die Virusvermehrung und Sie dürfen die Cremes bis zu sechsmal am Tag auftragen. Für die ersten Tage eines Herpes-Ausbruchs eignet sich auch eine Lippencreme mit dem Wirkstoff Docosanol (zum Beispiel Muxan®).

Tipp: Das rezeptfreie Kombinationspräparat Zovirax® Duo enthält zusätzlich 1 Prozent Hydrokortison für ein schnelles Abheilen der Wunde.

Wenn die Bläschen da sind: austrocknen und heilen

Die Lippenbläschen sind nicht nur unschön, sie enthalten auch eine große Anzahl infektiöser Viren. Nach 3 bis 4 Tagen platzen die Bläschen auf und hinterlassen schmerzhafte Wunden. Am besten verwenden Sie Zink-haltige Gele wie zum Beispiel Virudermin® Gel, Widmer® Lipactin Gel. Auch Silizium-Gele binden die Wundflüssigkeit zuverlässig (zum Beispiel SOS® Lippen-Herpes-Gel). Eine Ansteckung mit Bakterien vermeiden Sie mit Cremes, die die Wirkstoffe Clioquinol (zum Beispiel Linola® sept) oder Tyrothricin (zum Beispiel Tyrosur®) enthalten.

Hinweis: Vermeiden Sie in dieser Phase unbedingt den engen Körperkontakt mit anderen Menschen. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie Neugeborene, Senioren oder Krebspatienten kann der Kontakt mit Herpesviren sogar gefährlich sein.

Machen Sie Herpes unsichtbar: abkleben und überschminken

In Ihrer Apotheke erhalten Sie kleine Pflaster oder Herpespatches, mit deren Hilfe die Herpesbläschen fast verschwinden. Die Minipflaster schützen Ihre Lippen vor einer bakteriellen Entzündung und Ihre Mitmenschen vor einer versehentlichen Übertragung des Virus. Die Herpespflaster fördern mit der enthaltenen Hydrokolloidschicht das Abheilen der Wunde (zum Beispiel Zoviprotect® Lippenherpes Patch, Compeed® Herpesbläschen Pflaster, Herpes-Patch Wund med®) und lindern den unangenehmen Juckreiz.

Tipp: Die Herpespflaster lassen sich problemlos mit Make-up oder Lippenstift überschminken.

Homöopathie bei Herpes: Ihr Apotheker berät Sie

Sind Sie auf der Suche nach einer Alternative zur Schulmedizin? Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker zum geeigneten Wirkstoff und zur Dosierung von homöopathischen Mitteln wie beispielsweise Rhus toxicodendron, Dulcamara oder Hepar sulfuris beraten.

Hinweis: Die Selbstmedikation bei Herpes hat Grenzen. Heilt der Lippenherpes auch nach einer Woche nicht ab, bildet sich in den Bläschen Eiter oder kommt sogar Fieber hinzu, ist ein Besuch beim Arzt dringend anzuraten.

Ein paar Verhaltensregeln, wenn Sie merken, dass ein Herpes-Ausbruch droht:

  • Berühren Sie die Lippenbläschen nicht.

  • Kratzen Sie die Bläschen nicht auf und vermeiden Sie unbedingt, dass Sie den Virus auf die Augen übertragen. Am besten tragen Sie in der Zeit eines Herpes-Ausbruchs keine Kontaktlinsen.

  • Vermeiden Sie von sich aus engen Kontakt mit anderen Menschen, ganz besonders mit Schwangeren und Kleinkindern.

  • Teilen Sie auf keinen Fall Besteck, Tassen, Handtücher, Waschlappen oder Kosmetika mit anderen Mitgliedern Ihres Haushalts.

  • Meiden Sie starkes Sonnenlicht und verwenden Sie einen Sunblocker für die Lippen.

Quelle: Dr. Claudia Bruhn: Lucky lips, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 32, Ausgabe 21/2018 vom 24.05.2018.

07.07.2018

Von: Simone Lang
Bildrechte: Artem Furman/Shutterstock.com